Le Thor

Aktuelle Grösse: 100%

Druckversion

Selbst im Hochsommer bewahrt die Ortschaft eine angenehme Frische, die sie den zahlreichen Armen der Sorgue verdankt. Am Ufer reihen sich die Angler, währens Kajaks und Kanus über das klare Wasser gleiten. Der Fluß wurde von den Mühlen für die Gewinnung von Färberröte («garance») genutzt, deren Wurzeln noch bis 1915 zur Färbung der Hosen der französischen Infanteristen diente. Bis heute ist das Rad der Garancine der schönste Zeuge dieser Zeit; es steht neben der Passerelle.

 

Der Ursprung der Stadt geht zurück auf das Hochmittelalter; sie wird zum ersten Mal in einem Dokument aus dem Jahr 1125 erwähnt und wird dort als «bourg», also Dorf, bezeichnet.   

Im Zentrum der Altstadt erhebt sich die Kirche Notre-Dame-du-Lac, ein wahres Kleinod aus dem 12. Jahrhundert, das unter Denkmalschutz steht. Das Kreuzrippengewölbe zeugt vom hohen Niveau der romanischen Bautechniken, der einschiffige Innenraum erstreckt sich über 35 Meter Länge. Die Sorgue fließt direkt an ihrer Apsis vorbei: es entseht der Eindruck, daß ein steinernes Schiff  hier eines schönen Morgens vor Anker ging, weil es fand, daß die Flußbiegung, die es aufnahm, der schönste Platz auf der Erde sei.

Das alte Stadtzentrum, das einen Besichtigungsgang wert ist, war früher von einer Stadtmauer geschützt. Der einzige noch bestehende Überrest dieses Gürtels ist das Stadttor  «Porte de Douzabas», auch «Porte du Beffroi» genannt, mit seinem viereckigen, von einer «Zwiebel» gekrönten Turm.

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen kommt das Örtchen Thor zu einiger Berühmtheit; die Traubensorte Chasselas wird nach ganz Frankreich, aber auch nach Deutschland , in die Schweiz, nach Belgien, etc. etc. geliefert.  

Der Handel mit der Tafeltraube bringt der Stadt Ansehen und Wohlstand, sie wird oft die «Hauptstadt des Chasselas» genannt.

 

Der Hügel von Thouzon liegt etwa zwei Kilometer entfernt von Le Thor; er ist seit der Neusteinzeit besiedelt. Oben auf dem Hügel steht die Ruine des befestigten benediktinischen Klosters von Thouzon, die auch «das Schloss von Thouzon » genannt wird und in deren Mitte noch zwei romanische Kapellen bestehen: Sainte-Marie und Saint-Pierre. Von diesem Standort aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Monts de Vaucluse und den Mont Ventoux. Am Fuß des Hügels können Sie die Grotten von Thouzon besichtigen. Sie wurden 1902 entdeckt: die einzigen der ganzen Umgegend, die "horizontal" liegen - in einer Landschaft, in der alle Klüfte und Abgründe vertikal sind. Sie wurden speziell für Besichtigungen gesichert.

Im Parc des Estourans  ergibt sich die Gelegenheit, etwas über den Canal du Moulin zu lernen, den man auch «la Sorgue des Moulins» nennt. Er wurde 1404 gegraben, um die Wasserversorgung von Le Thor sicherzustellen. Er beginnt am Felsen von Notre-Dame und ermöglicht die Bewässerung der Ländereien zwischen dem Kanal und der Grande Sorgue , in die er im Südosten, hinter dem Schloss Courtet, einmündet.

Wo sich heute der Park erstreckt, da stand vor nicht allzulanger Zeit noch die Mühle, die Le Thor über den heute noch zu sehenden Wasserturm mit Trinkwasser versorgte; die Wasserleitungen wurden 1922 in St Roch an der Straße von Velleron verlegt.

 

→ Ein Spazierweg führt am Ufer der Sorgue entlang; der Ausgangspunkt ist das Fremdenverkehrsamt.

Maison de Tourisme Le Thor
Place du 11 Novembre 84250 Le Thor
Tel. : 04 90 33 92 31
Kontakt
Montags: von 14:00 bis 17:00 - Von Dienstag bis Freitag: 8:30 –12:15 und 14:00 – 17:00
Samstags: 8:30 - 12:15 - an Sonntagen und Feiertagen geschlossen.