L’Isle sur la Sorgue

Aktuelle Grösse: 100%

Druckversion

Ursprünglich war «L’Isle en Venaissin» ein Fischerstädtchen, das vom Ertrag des Flusses lebte.  Die mittelalterliche « Insula » war eine Insel inmitten der Sumpflandschaft; diese wurde jedoch nach und nach durch den Bau von Kanälen trockengelegt. Diese zahlreichen Kanäle, die die Stadt umgeben oder durchziehen, verschafften ihr den Spitznamen «Venise comtadine», « Venedig der Grafschaft Venaissin».

Bereits sehr früh wurde das Wasser der Sorgue für Handwerk und Industrie genutzt.  Der Einsatz von Schaufelrädern ermöglichte den Bau von Getreidemühlen schon ab dem 12. Jahrhundert, und später die Errichtung von Werkstätten, in denen Wolle und Seide verarbeitet wurden. Die seltenen malerischen Räder, die bis heute überlebt haben und die der Stadt L'Isle ihre besondere Prägung geben, zeugen nur unvollkommen von den zweiundsechzig, die noch im 19. Jahrhundert bestanden, und von derer regen Tätigkeit : während die Seidenproduktion neuen Wohlstand schuf, wurde L'Isle zum wichtigsten Zentrum des Wollhandels im Département.  Das Fremdenverkehrsamt von L’Isle sur la Sorgue bietet einen «Rundgang der Mühlen»  an.  

Die Fischer, die das Städtchen bewohnten, hatten schon von jeher das ausschließliche Recht, in der Sorgue zu fischen, von der Quelle bis zur Rhône. Dieses Recht wurde schon in die den Bewohnern am 31. Juli 1237 vom Graf von Toulouse zugestandenen Privilegien aufgenommen und schriftlich festgelegt. Die Kirche, die auf ihren Ländereien die souveräne Macht ausübte, stellte den Brauch nicht in Frage. Es mangelte nicht an Fisch. Allerdings war man den Herrschaften verpflichtet: über mehrere Jahrhunderte wurden als erste die Küchen der kirchlichen Würdenträger beliefert, allen voran die der Legaten und Vize-Legaten von Avignon.  L'Isle bewahrt sich die Erinnerung an diese Fischer, die sommers wie winters auf  ihren Flachbooten, den «négo-chin» («noie-chiens», also «Hundeertränkern») über das Wasser glitten, auf der Suche nach Flußkrebsen, Forellen, Aalen oder Äschen. Um die Tradition  weiterzuführen, wird jedes Jahr im Juli ein Fischerfest veranstaltet (siehe Kalender).

Die Altstadt, früher von einem Stadtwall umgeben, hat sich ihren Charme bewahrt, zu dem jede Epoche ihren eigenen Beitrag geleistet hat. Der «Tour d'Argent», nahe der Apsis der Kirche, wurde im 13. Jahrhundert von den Grafen von Toulouse errichtet. Nicht weit davon entfernt kann man in den Sträßchen der ehemals wichtigsten Gemeinde des Comtat herrliche gotische und Renaissance-Fassaden bewundern. Die Stiftskirche Notre-Dame-des-Anges, die - abgesehen vom Chor - im 17. Jahrhundert wiederaufgebaut wurde, stellt durch den Reichtum ihrer Innenausstattung eine einmalige Sehenswürdigkeit dar und ist ein wichtiges Zeugnis des Barockzeitalters im Süden Frankreichs.  Die Architektenfamilie Brun hat im 18. Jahrhundert ihre Zeugnisse hinterlassen: den Kornspeicher, der heute das Fremdenverkehrsamt  behebergt; das Hospital mit seiner Vorhalle, der Kapelle, seiner Apotheke und seiner Gartenanlage mit einem prächtigen Brunnen, sowie einige Stadthäuser, vor allem das Hôtel Donadeï de Campredon, in dem das Kunstzentrum Campredon untergebracht ist und in dem regelmäßig zeitgenössische Kunstausstellungen organisiert werden.

Die Stadt hält auch die Erinnerung an das alte Judenviertel wach, dessen Bewohner unter  dem besonderem Schutz des Papstes standen und viel zum Wohlstand der Stadt beigetragen haben.   

L'Isle ist außerdem ein Paradies für alle, die leidenschaftlich nach Antiquitäten stöbern: hier befinden Sie sich im Zentrum der Provence für Antiquitätenhandel und Trödelmärkte. Ein Zentrum, das europaweit bekannt ist und das seit der ersten Messe in den sechziger Jahren und dem ersten «Antiquitätendorf» 1978 immer mehr Interessenten anzieht. Über dreihundert Professionnelle bieten Möbel, Bilder, Kunstgegenstände, wertvolle Stoffe, Schmuckstücke, Bücher, Kunstschmiedearbeiten und vieles andere in den  «Antiquitätendörfern», die von Freitagnachmittag bis Montagabend  abgehalten werden. In der Avenue des 4 otages findet jeden Sonntag ein Trödelmarkt statt. Bei den wichtigsten Ereignissen, wie der «Foire Internationale à la Brocante et à l'Antiquité» an Ostern und am 15. August, liegt die Zahl der Aussteller bei über fünfhundert.

Ob Sie beruflich mit Möbeln zu tun haben, passionnierter Laie sind oder einfach nur gern stöbern, Sie können sich sicher sein, daß Sie hier das Objekt ihrer Begierde finden ...

Der Fremdenverkehrsverein hält den Führer « Guide des Antiquaires » für Sie bereit, den Sie auch als « Broschüre zum Herunterladen » ansehen oder downloaden können.   

 

Maison de Tourisme
Place de la Liberté 84800 L'Isle-sur-la-Sorgue
Tel. : 04 90 38 04 78
Kontakt
Von 1. Oktober bis 31. März  von Montag bis Samstag : 9:00 –12:30 und 14:00 – 17:30, am Sontag von 9:00 bis 12:30 geöffnet. 
Von 1. April bis 30. September von Montag bis Samstag : 9:00 -12:30 und 14:30-18:00, am Sontag von 9:00 bis 12:30, nur im Juli und August von 9:30 bis 13:00 geöffnet.