Châteauneuf de Gadagne

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Der Name des charmanten provenzalischen Städtchens geht zurück auf den der Guadagni, einer berühmten Familie aus Florenz. Im Lauf seiner über tausendjährigen Vergangenheit ist es Châteauneuf de Gadagne immer gelungen, sich seine Originalität und seine Unabhängigkeit zu bewahren. Die Devise der Herzöge von Gadagne war « L’obstacle augmente mon ardeur » - also in etwa « Das Hindernis verstärkt nur meinen Eifer ».

Das Schloss aus der Feudalzeit, das nach der französischen Revolution zerstört wurde, war ursprünglich eines der größten in der Gegend. Heute ist Châteauneuf de Gadagne bekannt für seine herrliche Umgebung, seine Lebensqualität und die zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, die es bietet.

Seinen Ruf verdankt es außerdem dem Know-How seiner Winzer, die seit Generationen die Weinberge auf den umliegenden Hügeln bebauen, deren Rollkiesel-Boden ein außergewöhnlich gutes Terroir abgibt. Fünf private Weinkeller sowie eine Kooperative erzeugen die berühmten Côtes-du-Rhône-Weine und bekamen die Ursprungsbezeichnung      « Côte du Rhône Village, Gadagne » verliehen.

 

Hier wurde auch die Bewegung « le Félibrige » geboren, die eine Erneuerung der provenzalischen Sprache unterstützt, wie es die Straßenschilder stolz verkünden :  « Castel Nou de Gadagno, Brès dou Felibrige ».

Eines der ersten Dokumente, die Le Félibrige erstellte, war ein Almanach, l'Armana Provençau, im Jahr 1855, der anstehende Feste und Veranstaltungen ankündigte und die Geschichte der Provence erzählte, um die Provenzalen zu belehren und ihnen die provenzalische Literatur nahezubringen.

 

Seinen Besuchern bietet der Ort ein Labyrinth von Gässchen und schattigen Plätzen, das in das Plateau de Campbeau mündet; hier sind ein originelles Kriegerdenkmal, dem Bildhauer Jean-Pierre Gras zu verdanken, und das Grabmal von Pierre-Marie d'Alcantara-Goujon, einem Wohltäter der Gemeinde, zu finden.

Von der Orientierungstafel des Plateau de Campbeau aus erstreckt sich der Ausblick über den Mont Ventoux und die Monts de Vaucluse mit ihrer berühmten Quelle zu den Gebirgsketten des Luberon und der Alpilles. Die Ebene am Fuß des Dorfes, mit ihrem Netz von Flüssen und Kanälen, bildet den Zugang zum Pays des Sorges von Avignon aus.

Im Norden des Plateaus liegt Château de la Chapelle, das mit seinem öffentlichen Park, dem Jardin de la Noria und dessen Abenteuerrundweg für Kinder, dem Bois de l'Aventure, ein Zentrum für Kultur und Entspannung bietet: die Säle des Schlosse werden für zahlreiche und vielfältige Aktivitäten genutzt.

 

Vom Hügel aus gesehen im Osten liegt das Schloß Château de Fontségugne. Auf diesem heute privaten Weingut gründete am 21. Mai 1854 Frédéric Mistral mit einigen Freunden (Paul Giéra, Joseph Roumanille, Théodore Aubanel, Anselme Mathieu, Jean Brunet, Anfos Tavan, …) « le Félibrige », eine literarische, künstlerische und kulturelle Bewegung zur Wiedergeburt der provenzalischen Sprache und machte Châteauneuf-de-Gadagne dadurch zu einem symbolträchtigen Ort für alle Regionen der langue d'oc, der okzitanischen Sprache.