Berühmte Persönlichkeiten

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Petrarca hat Inspiration gefunden an der Quelle der Sorgue in Fontaine de Vaucluse, der Marquis de Sade verlebte seine Kindheit in den weiträumigen Sälen des Schlosses von  Saumane, René Char wurde in l’Isle sur la Sorgue geboren und hat hier seine Gedichte erdacht;  Frédéric Mistral ehrte die provenzalische Sprache in Chateauneuf de Gadagne und Pierre Salinger wurde zum französischsten aller Amerikaner von Le Thor. Alle haben sie über die Bande geschrieben, die sie mit diesem Fleckchen Erde der Provence zwischen Sorgue und Vaucluse verbunden haben.

 

Petrarca

petrarque sorgues

Der italienische Historiker, Archäologe, Dichter und Humanist Francesco Petrarqua wurde 1304 in Arezzo geboren und starb 1374 in Arqua bei Padua.

Er ist derjenige, der auf seinen zahlreichen Reisen die bis dahin verlorengeglaubte « Korrespondenz » des Cicero entdeckte. Er verlebte seine Jugend in Carpentras und begeisterte sich für den päpstlichen Hof. Er gab das Rechtsstudium auf, um die Niederen Weihen zu empfangen. Er verkehrte mit der Intelligenzia in Avignon und traf dort Laura de Noves, für die er eine leidenschaftliche, zur Legende gewordene Liebe empand. Diese unmögliche Liebe hat ihn zu einer Sammlung von 366 Gedichten inspiriert, den « Canzonière ». 1341 wurde er in Rom zum « König der Dichter » gekrönt.

Nachdem er durch ganz Europa gereist war, zog er sich 1338 ein erstes Mal in Vaucluse von der Welt zurück, um nachzudenken und Gedichte zu schreiben. (Vaucluse ist der Name, den man der Quelle von Vaucluse gab und der auf das ganze Département überging).

« Ich fand ein sehr schmales, einsames Tal, dennoch sehr einnehmend, Vaucluse genannt, ein paar Meilen von Avignon entfernt, in dem die Königin aller Quellen, die Sorgue, entspringt. Von der Annehmlichkeit des Ortes bezaubert, transportierte ich meine Bücher und meine eigene Person dorthin. »

Er blieb alles in allem fünfzehn Jahre in Vaucluse.

« Kein anderer Ort ist für meine Studien so gut geeignet. Als Kind habe ich Vaucluse besucht, als junger Mann kam ich wieder und dieses charmante Tal erwärmte mein Herz mit seiner Sonne; als erwachsener Mann habe ich in Vaucluse friedlich meine besten Jahre und die glücklichsten Zeiten meines Lebens verbracht. Als alter Mann möchte ich in Vaucluse in Euren Armen sterben. »

Der Umfang der Arbeiten, die er schuf, ist beeindruckend, und in Vaucluse kamen alle seine dichterischen und literarischen Werke zustande. Es war auch seine Hand, die die älteste bekannte Zeichnung der Quelle von La Sorgue gestaltete.

 

 

Das Haus des Petrarca

Das Museum-Bibliothek François Pétrarque wurde am linken Ufer der Sorgue eingerichtet, an der Stelle des Hauses, in dem der Dichter von 1337 bis 1353 lebte und arbeitete. Das Museum besitzt eine Sammlung von Porträts von Petrarca und Laura, Stiche, ein Fonds von alten Ausgaben seiner Werke, sowie eine Sammlung moderner Kunstwerke, die sich mit Themen aus den Schriften von René Char befasst.

 

Praktische Tipps

Linkes Ufer der Sorgue
Quelle von Vaucluse
Telefon: 33 (0)4 90 20 37 20
Email 
Website

Dienstags geschlossen

Tarif: 3,50 €

Halber Preistarif: 1,50 € - Gruppen von mehr als 10 Personen - Jugendliche von 12 bis 16 Jahren - Studenten - Personen über 60 Jahren - Partnerschaftsabkommen

Kostenlos für Kinder unter 12 Jahren - Schulklassen

Pass Musée bibliothèque François Pétrarque + Le Musée d'Histoire Jean Garcin : 2,80€

 

Der Marquis de Sade

marquis sade sorgues

Donation Alphonse François de Sade ist der Erbe des Hauses de Sade, eines der ältesten Häuser der Provence. Von seinem 4. bis 10. Lebensjahr liegt seine Erziehung in den Händen seines Onkels, des Abts Jacques-François de Sade, im Schloß von Saumane.

Sade ist dreißig Jahre alt, als er die Mitgift seiner Frau und sein eigenes  Einkommen verschleudert. Er läßt sein (reichlich heruntergekommenes) Zweiundvierzig-Zimmer-Schloss de La Coste renovieren und gibt sich seiner Leidenschaft für die Komödie hin: in Mazan läßt er ein Theater erbauen, das in Lacoste baut er aus, und er stellt Kommödianten ein. Er verschickt Einladungen an den Adel in der Umgebung, zu Festen und Theatervorstellungen, bei denen er Regisseur und Bühnenmeister ist. Man kann darin die ersten Theater-Festivals der Geschichte sehen.   

Sein Status war lange Zeit auf den eines pornografischen Schriftstellers reduziert, doch heute wird der Marquis de Sade als eine herausragende Figur des französischen Literatur-Kulturguts anerkannt. Hinter seinen amoralischen erotischen Schriften versteckt sich die scharfe Kritik an den Gesellschaftszuständen des Ancien Régime. Schüler und Zögling der Jesuiten am Collège de la Cavalerie Royale, verbrachte de Sade später einen großen Teil seines Lebens im Gefängnis, wo er auch starb. Seine Sitten und seine Schriften -  « Die 120 Tage von Sodom oder die Schule der Libertinage », « Justine oder die Nachteile der Tugend » - waren freidenkerische und revolutionäre Provokationen, die die napoleonische Gesellschaft nur unterdrücken konnte. Als Erbe der Aufklärung macht er aus der philosophischen Renaissance des Indiviuums eine Verherrlichung der Ausschweifung, der Grausamkeit und der systematischen Befriedigung aller Laster.  Indem er die Wunschvorstellungen des Mannes darstellt, öffnet der Marquis de Sade neue Türen; er beeinflusst zahlreiche Künstler, vor allem die Surrealisten und ihre Denunzierung der kulturellen Tabus.

Der Marquis de Sade hielt sich häufig in den Schlössern von Lacoste, Mazan und Saumane auf. Im Schloss Lacoste lebte er 7 Jahre lang. Mazan blieb auch nach der französischen Revolution im Besitz der Familie de Sade, bis zum Jahr 1850.

 

 

Frédéric Mistral

mistral sorgues

Das Schloss Fontségugne in Chateauneuf de Gadagne, um 1860 erbaut, liegt auf dem Hochplateau von Cancabèu (Campbeau). Während der Revolution - die Bewohner hatten ihre Habe in aller Ruhe in ihr Stadthaus nach Avignon geschafft - wurde das Schloss weder geplündert noch niedergebrannt - dafür aber Stein um Stein abgetragen. Seine Türen, Fenster und Schlösser zieren noch heute die Häuser des Dorfes ... Im 19. Jahrhundert ging das Schloss in den Besitz der Familie Giéra über. Paul Giéra war damals Mitglied einer Gruppe von jungen Dichtern, die in provenzalischer Sprache schrieben und die er des Öfteren auf das Schloss einlud. Bei einer dieser Zusammenkünfte, am 21. Mai 1854, gründeten  Paul Giéra, Joseph Roumanille, Théodore Aubanel, Anselme Mathieu, Jean Brunet, Anfos Tavan (ein örtlicher Bauer und Dichter) und Frédéric Mistral eine Institution zu dem Zweck, die provenzalische Sprache wieder zu Ehren zu bringen: « le Félibrige ». Die Bewegung hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Sprache, die Kultur, die Zivilisation und die Identität des Landes zu schützen, zu erhalten und zu verherrlichen, dabei einem humanistischen Ideal zu folgen und unserer Gesellschaft ihre natürliche Ausdrucksvielfalt zu bewahren.  

Ihren Ursprung verdankt « le Félibrige » einer Meinungsverschiedenheit über die provenzalische Schreibweise.

So wurde Châteauneuf de Gadagne zur Wiege einer provenzalischen Wiedergeburt, die immer nur die Verteidigung der Sprache und die Erhaltung der Traditionen im Sinn hatte. Fünfzig Jahre später, im Jahr 1904, wurde Frédéric Mistral mit einem der ersten Literatur-Nobelpreise geehrt, und noch heute  verfolgt le Félibrige die Ziele, die eineinhalb Jahrhunderte früher im Schloss von Fontségugne definiert worden waren. Eine der ersten Schriften, die le Félibrige 1855 herausgab, war ein Almanach, l’Armana prouvençau, der Feste und Veranstaltungen ankündigte und die Geschichte der Provence erzählte, um die Provenzalen zu bilden und sie in die provenzalische Literatur einzuweisen.

 

 

René Char

rené char sorguesRené Char wird 1907 in L’Isle sur la Sorgue geboren. Seine Jugend wird geprägt von den « transparents », den « Sonnen- und Mond-Vagabunden », die im Rythmus der Tage und der Jahreszeiten leben und Geschichten und Gedichte weitertragen. Im Alter von 21 Jahren veröffentlicht er seine ersten Gedichte, lässt sich auf Bitte von Paul Eluard in Paris nieder und wird für einige Zeit zum « Untermieter »  der surrealistischen Bewegung. Diese Zeit ist reich an Freundschaften, mit Künstlern und Schriftstellern, mit denen er zeit seines Lebens eine « souveräne Unterhaltung » weiterführt. Schon 1937 protestiert er gegen das Franco-Regime. Er wird eingezogen und kommt in ein Regiment in Nîmes, was seine künstlerische Sensibilität stark prägt. 1941 tritt er der geheimen Armee bei, später den « Forces Françaises »; unter dem Namen «Capitaine Alexandre » wird  er Chef départemental der Fallschirmjägersektion Basses Alpes. Von da an hört René Char nie auf, zu schreiben; seine dichterische Inspiration ist von seiner Heimat geprägt: der Sorgue, dem Ventoux .. und den Orten, die er so gut kennt: Le Thor, Thouzon, Luberon…  Alle diese Werke werden von den Malern, seinen « wichtigsten Verbündeten », mit Zeichnungen und Bildern ausgeschmückt.

 

Pratktische Tipps

 

Geschichtsmuseum Jean Garcin in  Fontaine de Vaucluse: 1939-1945, Der Ruf der Freiheit

 

Eine Sammlung von Untergrundveröffentlichungen, die der Zensur unterworfen waren oder aus dem Ausland kamen, sowohl militante Zeitschriften als auch Manuskripte; einige davon stammen von René Char.

 

Chemin du Gouffre
84800 Fontaine de Vaucluse
Telefon : 33 (0)4 90 20 24 00
Website

Öffnungszeiten

Täglich geöffnet außer dienstags:

1. April bis 31. Mai: von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr - Vom 1. Juni bis 30. September: von 10 bis 18 Uhr

1. bis 15. Oktober:von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr - 16. bis 31. Oktober und Ferien an Allerheiligen: von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr

Samstags und sonntags: 1. bis 31. März: von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr

1.November bis 31. Dezember: von 10 bis 12  und von 14 bis 17 Uhr

Geschlossen: 1. Mai und 25. Dezember

Thematische Gruppenführungen und Workshopgruppen das ganze Jahr über (auf Vereinbarung)

 

 

Pierre Salinger

salinger sorgues

Pierre Salinger, der 1925 in San Francisco als Sohn einer französischen Mutter und eines Vaters preußischer Herkunft geboren wurde, zog 1964 für ein Jahr nach Le Thor, wo seine Ehefrau Poppy eine Mühle gekauft hatte. Diese Mühle wurde zu der wundervollen « Bastide Rose », die wir kennen, und Pierre Salinger blieb 20 Jahre hier wohnen.

Er war ein Wunderkind. Konzertpianist im Alter von 6 Jahren; Kriegsheld im 2. Weltkrieg, mit 20 Jahren ausgezeichnet; Gewinner eines ersten Preises in Journalismus mit 26; Pressesprecher für J. F Kennedy im Alter von  35 Jahren ...  Während dieser außergewöhnlichen Jahre steht er im Mittelpunkt von Ereignissen weltweiter Bedeutung. Er wird Senator von Kalifornien, doch nach dem Mord am amerikanischen Präsidenten beschließt er, sich auf die Bastide Rose zurückzuziehen und der Welt der Politik den Rücken zu kehren. Aber in Ausübung seines Berufs als Journalist verkehrt er weiterhin mit den Großen dieser Welt: von Chruschtschow bis Castro, von Onassis bis François Mitterrand, Calder, Grace Kelly, Begin, Arafat…

Im Jahr 2006 beschloss die Stiftung Poppy und Pierre Salinger, das Museum Pierre Salinger zu gründen, um diese einzigartige Karriere zu würdigen. Unzählige Schriften, Fotografien und Gegenstände aus seinem Privatbesitz machen ihren Reichtum aus, der sich Jahr um Jahr noch vergrößert. Vor genau 50 Jahren, 1963, hatten zwei entscheidende Ereignisse der amerikanischen Politik Auswirkungen auf die ganze Welt: die Ermordung des Präsidenten Kennedy und die Rede des Martin Luther King, « I have a dream ».  Dieses werden die beiden Hauptthemen des musée Salinger sein, wenn die Bastide Rose im Juni wieder ihre Türen öffnet.

 

Poppy and Pierre Salinger Foundation
Musée Pierre Salinger
La Bastide Rose
99, chemin des Croupières
84250 Le Thor, France

 

Öffnungszeiten

Täglich (außer dienstags) von 14.30 bis 18.30 Uhr

Eintritt: 4 Euros

Kinder unter 10 Jahren: kostenlos

Gruppen (mindestens 10 Personen): 3 Euros pro Person

Mit der Eintrittskarte haben Besucher Zugang zu zwei Ausstellungen: dem regulären Musée Pierre Salinger und der Sonderausstellung

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